Und strich ein Duft voll Wonnen durch Kreuzgang und Klausur,
Wenn man die eich'nen Tonnen bekränzt zum Keller
fuhr
Da kam der böse Bruder nachts um die Geisterstund'
Und goß in jedes Fuder den Sauersten, den er
fund.
Weiß Gott, wieviel Gerechten mit schlechtem er verdarb!
Ihm graute vor dem Echten, er pantschte, bis er starb.
Und als der Missetäter erschien vor Edens Tor,
Schob flugs der heilige Peter die schwersten Riegel
vor.
"Für dich," sprach er, "Geselle, qibt's keine Himmelsruh'.
Hinweg von dieser Schwelle, des Weins Falschmünzer
du!
Gott will, daß sich, die zechen, bei jedem frischen
Trank
Besegnen soll'n und sprechen: 0 Herrgott habe Dank!
Doch die den Trunk versuchen, den deine Hand geschänd't,
Hört zetern man und fluchen mit Kreuz und Element.
Dieweil viel schnöde Sünden durch deine Schuld
gescheh'n,
Darfst du kein' Herberg' finden, mußt wieder
wandern geh'n.
Als Irrgeist sollst du spuken und bis zum Jüngsten
Tag
Kein einzig Tröpflein schlucken, wie auch der
Durst dich plag'.
Sollst nie Vergessen schlürfen; kein Stündlein
deiner Qual
Sollt du ertränken dürfen im vollen Weinpokal.
Sieht an den Wassern kauern man deine Spukgestalt,
Bekreuze sich mit Schauern, wer just ins Wirtshaus
wallt.
Geh' mit den Hühnern schlafen! Nie sei - o Schmach
und Pein! -
Mannes liebst' Gewaffen, ein Haustorschlüssel
dein!
Amen! Ich hab' gesprochen, vom heil'gen Zorn entflammt.
Wein, du bist gerochen! He, Hausknecht, tu dein Amt!"
Sankt Peter rief's. Der Schächer flog erdenwärts
behend,
Und ward - hört's fromme Zecher! - der erste Abstinent.