Gedanklich und stilistisch sind Pestalozzis Fabeln von sehr unterschiedlichem Wert. Die Analogien holt er meist aus der Natur. Neben Tierfabeln sind Pflanzen, Stein und Wasserfabeln zahlreich vertreten. Thematisch kreisen sie um den Gegensatz zwischen alter und neuer Zeit, um das Verhältnis von Naturzustand und gesellschaftlichem Zustand, um das eigene Selbst, um Gerechtigkeit, Wahrheit, politische Ordnung, Freiheit und Unterdrückung.
Ab 1818 hatte Pestalozzi Gelegenheit zur eigenen Veröffentlichung seiner sämtlichen Werke bei Cotta in Stuttgart und Tübingen. 1823 erschienen im 20. Band seine Fabeln in veränderter Auflage. Die Ausgabe von 1797 wurde um nur wenige Exemplare bereichert. Die wesentliche Änderung bestand indessen darin, daß er die meisten Fabeln in einem oft recht umfangreichen Zusatz selbst auslegte. Das entsprach nicht nur seinem pädagogischen Anliegen, er konnte auch gewisse Aussagen, die ihm jetzt als zu einseitig oder radikal erschienen, durch seinen Kommentar zurechtrücken oder abschwächen. Die Zusätze bilden indessen für den Leser einen sehr willkommenen Wegweiser, da das Auffinden der gemeinten Analogie nicht immer leicht ist.
Die folgenden Fabeln sind Pestalozzis Veröffentlichungen "Figuren zu meinem ABC-Buch oder über die Anfangsgründe meines Denkens" aus dem Jahr 1797 entnommen, die Zusätze der Cotta-Ausgabe von 1823.