Die Nachtigall und der Staar.


          Die gattenlose Philomele,
Die manche trübe Mitternacht
In leisen Klagen durchgewacht,
War krank und sang mit heitrer Seele
Ihr Abschiedslied. Ein fetter Staar,
Der Feldprobst in dem Haine war,
Besuchte sie nach alter Mode.
Er schlich zur frommen Dulderin
Mit abgewandtem Blicke hin
Und sprach, nach mancher Episode
Vom Krieg und Wetter, auch vom Tode;
Ach, rief er aus, diß ist ein Feind,
Vor dem auch Helden sich entfärben! . . . .
Wer Muth zu leben hatte, Freund,
Versetzt sie, hat auch Muth zu sterben.


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