Die Schaam und der Fächer.


      Die Schaam, der Tugend junge Magd,
Mit der antiken Rosenstirne
Ward einst von einer eitlen Dirne
Aus ihrem Putzgemach gejagt,
Und raffte, wie's oft geht, im Schrecken
Der Schönen Fächer mit sich fort.
Sie floh an einen öden Ort
Umzäunt mit dichten Fliederhecken.
Hier fächelt sie sich Kühlung zu
Und sprach zum Schirm: wie gut bist du.
Du deckst der Unschuld Atlaswange
Wenn sie vom hohen Purpur glüht,
Womit sie die verschmitzte Schlange,
Das Lob des Buhlen, überzieht..
Ganz recht! nun laß auch mich erzählen,
Versetzt der Fächer: dann und wann
Helf ich der Schönen auch verhehlen
Daß sie nicht mehr erröthen kann.


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